Ihr macht schon relativ lange Musik, eure ersten EPs stammen aus dem Jahr
1999, dennoch seid ihr erst jetzt bei Warner unter Vertrag genommen worden.
Seht ihr euch im Sog des Erfolges von Mia oder Wir Sind Helden?
Katrin Schröder (Gesang): Wir hatten für uns selbst beschlossen, diese Platte
jetzt fertig zu stellen. Und erst als das Album stand, sind die Plattenfirmen
auf uns zugekommen. Wir hatten damit schon nicht mehr gerechnet und auf einmal
kamen sie alle. Ich glaube aber schon, dass die Welle von Wir Sind Helden uns
die Straße frei geräumt hat, weil sie einfach die Ohren bei einigen Leuten durchgespült
haben, die uns jetzt eine Chance geben.
Sind die Songs auf dem Album frisch entstanden oder über die Zeit gewachsen?
Eigentlich beides. Der älteste Song auf der Platte ist "Zwischenstation" aus
2001. Daneben gibt es Titel aus dem letzten Jahr. Es war ein Prozess, in dem
das Album Stückchen für Stückchen entstand. Die Platte ist aber komplett in
unserem eigenen Studio aufgenommen. Wir haben 2001 begonnen es selbst auszubauen
und einzurichten.
Die Stadt Hamburg spielt in euren Texten eine große Rolle. Ist es für euch
etwas besonderes gerade hier zu sein?
Unser Studio "Zwischengeschoss" in Hamburg ist unser zweites Zuhause. Alles
ist fertig geworden und richtig schön. Wir sind zwar alle zugereiste Hamburger
- sind nun aber auch schon über 10 Jahre da und fühlen uns sauwohl.
Ist eure Musik denn in diesem Sinne Großstadtmusik?
Natürlich prägt uns unsere Umgebung. Aber ich möchte mich auf die Großstadtkinder
nicht festlegen. Die Musik soll ja auch für Leute sein, die in Stade aufgewachsen
sind oder aus Wilhelmshaven kommen, so wie ich.
Worauf kommt es bei deinen Texten vor allem an?
Im Gegensatz zu vielen deutschen Sachen, die man gerade so hört, stehe ich mehr
auf die Inhalte, die ein bisschen schwerer sind. Wenn man die Möglichkeit hat
auf Deutsch mit eigenen Worten zu sagen, was man denkt, dann sollte man sie
nutzen. Ich schreibe Songs, die zum Nachdenken anregen und dazu, an das Herz
zu glauben und an den eigenen Weg. Es ist genug über Liebe und Sonnenschein
im Herzen gesagt worden.
Was hat Euch dazu bewogen, für das Kinderhörspiel "Die wilden Kerle" einen
Song beizusteuern?
Wir konnten unseren Song "Glücklich" verwenden, mussten ihn aber für eine Kinderplatte
passend machen. Natürlich kamen wir durch einen Zufall zu dem Projekt. Für Kinder
zu arbeiten finde ich toll. Das Hörspiel ist aber nicht nur etwas für Kinder,
sondern auch für Erwachsene, denn es steckt sehr viel Weisheit darin.
Was ist deine Lieblings-B-Seite?
Ich habe gar nicht so viele Singles und muss erstmal überlegen. Ich stehe auf
jeden Fall auf Rio Reiser. Ich muss die Sachen auch immer komplett gut finden:
A und B. So wie Niels Frevert: "Du Musst Zu Hause Sein/ Doppelgänger".
Carsten Scheef