CLIENT

City
(Toast Hawaii/Mute)

(tif) Auf dem Cover von "City" prangt wieder einer dieser Sticker mit einem dieser Sloagans. "The Kraftwerk you can look at", heißt es. Und sofort frage ich mich, was Client eigentlich mit Kraftwerk am Hut haben - außer der allzu offekundigen Tatsache, dass beide Bands elektronische Musik machen. Nicht viel, eigentlich. Und wenn man berücksichtigt, dass Sarah Blackwood eine emanzipierte Frau ist, verstehe ich den unterschwelligen Sexismus des Aufklebers überhaupt nicht mehr. Aber ich will mich nicht länger über den Sinn und Unsinn von Werbesprüchen ereifern. Kommen wir zur Musik. Die scheint mir doch weniger von den prominenten Gastmusikern (Pete Doherty, Carl Barat, Martin Gore, Andrew Fletcher) als von Sarahs Ex-Band Dubstar beeinflusst zu sein (besonders "One Day At A Time"). Und das ist nun wahrlich nicht das Schlechteste, zumal Letztere seinerzeit sehr zu Unrecht in der Versenkung verschwunden sind. So findet sich auf "City" die charmante Mixtur aus desillusinierten Texten und seicht anmutenden Melodien, die einst den ersten Dubstar-Longplayer zu einem Juwel haben werden lassen. Das Leitthema, die Anonymität des städtischen Raumes, ist zwar nicht besonders originell gewählt; aber Client A und Client B holen da noch einiges raus. Alles in allem eine sehr stimmige Platte.


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