Innen/außen
(Loob Musik/Alive)
(emwe). Ganz normaler Indiepop ist ein Widerspruch in sich. ‚Indie' will ja immer gerne ein bisschen anders sein, abgrenzen, Minderheitenmusik sein. Und doch wissen wir spätestens seit Tom Holerts und Marc Terkedessis Buch ‚Mainstream Der Minderheiten', dass es ein allgemeingültiges Anderssein gibt. "Innen/Außen" von "Delbo" jedenfalls, darf daher als ‚ganz normaler Indiepop' bezeichnet werden. Da gibt es ein paar Texte "Irgendwo Zwischen Wasser Und Sand", da sind ein paar hauptsendezeitunverträgliche Instrumentalparts dabei. Immer schön Bass und Schlagzeug im Vordergrund um die dumpfe Grundstimmung zu untermalen. "Und Nicht Mal Schlecht, Wie Man Anerkennt!" So zieht sich das Arrangement durchs ganze Album, ohne die Lieder voneinander abzugrenzen. Keine Störung der Depression bitte, es regnet doch gerade so schön! Die Texte sind ja auch eher in Moll. Das Comickerlchen auf dem Cover illustriert samt seinen hochgezogenen Schultern, halb im trüben Licht einer Straßenlaterne stehend, den seelischen Zustand der trainingsbejackten Jugendbewegung, die mutmaßlich dem Album etwas abgewinnen soll. Sicher ein taugliches Album, wenn irgendwem erklärt werden soll, wie denn deutschsprachiger Indiepop so klingt. Ein Tonträger, der den Ausdruck eines Musikstils definiert ohne selbst wesentlich Neues dazu beizutragen.