I Could See The Smallest Things
(Labrador)
(tif) Grundsätzlich ist längst der Punkt erreicht, an dem mir schwedischer Kulturexport nur noch auf den Sack geht. Wenn jeder Zweite in H&M-Uniform auf dem Ikea-Sofa sitzt, Mando Diao hört und einmal in der Woche aufsteht, um sich in die Indie-Großraumdisko zu den anderen Schaufensterpuppen zu stellen, dann möchte man den Laden einfach anzünden. Das muss einfach mal gesagt werden. Nun zu Douglas Heart, auch aus Schweden, allerdings aus der zweiten Reihe. Dort, wo man sich noch Mühe gibt, keine Kaufhaus-Rockmusik zu spielen - und infolgedessen auch nicht gespielt wird. So einfach ist das. Daher werden die Göteborger vermultich stets eine Art Geheimtipp bleiben. Doch hat man den Eindruck, dass sich die Band recht wohl fühlt in der Nische. Stilistisch ist alles, was sie machen, einwandfrei - klar, kommt ja auch aus Schweden. Doch ist es die Unaufgeregtheit, die einen gefangen nimmt. "I Could See The Smallest Things" beinhaltet fünf Songs, die Lust auf mehr machen, wenn man ein Faible für Gitarrenpop à la JAMC oder My Bloody Valentine besitzt. Sehr schön. Das muss jetzt auch mal gesagt werden.