EMBRACE

Out Of Nothing
(Independiente)

(las) Das eine Band wie Embrace nie wirklich in der ersten Liga hat spielen können, liegt daran, dass man sie lange Zeit lediglich im Schatten von Oasis oder The Verve wahrgenommen hat. Eine zur Veröffentlichung von "The Good Will Out" entworfene Karrikatur zeigt die Gebrüder McNamara gar mit dem Zollstock zwischen den Erfolgsalben "What's The Story..." und "Urban Hymns" sitzend. Eine vergleichbare Darstellung ist sicherlich nicht ganz aus der Luft gegriffen. Neuland haben Embrace mit ihrem Debütalbum schließlich keineswegs erkundet. Gute Songs geschrieben hingegen schon. Und wer immer die Gelegenheit hatte, die Band einmal live zu sehen, weiß um ihr tatsächliches Potenzial. Letzteres ist über die Jahre jedoch zunehmend in Vergessenheit geraten. "Dawn From Memory" und "If You've Never Been" vermochten den Anfangserfolg nicht mehr zu erreichen. Und als die Band schließlich ihr Vertragsverhältnis mit Hut Records auflöste, schien es ganz so, als hätte ihr letztes Stündlein geschlagen. Schnell noch die Singles-Compilation und aus die Maus. Doch nichts da. Embrace haben allen Ernstes drei Jahre lang an einem vierten Album gearbeitet. Größer und besser sollte es sein, als alles Vorherige. "Out Of Nothing" heißt es, und allein vom Produktionsaufwand her tendiert es zurück zum Debüt. Und zwar im positiven Sinne. Embrace haben die große Geste noch nie gescheut. Manchmal war sie ihnen vielleicht sogar eine Nummer zu groß. Nicht so auf dem vorliegenden Album. Hier stehen sich Songwriting und Produktion erstmals gleichwertig gegenüber. "Ashes", das von Colplay geschriebene "Gravity" oder "Looking As You Are" sind die Art von Hymnen, die man von Embrace bislang lediglich erwarten konnte. Ob es für dieses Album vielleicht trotzdem zu spät ist, sei dahin gestellt. Wer die Band bislang mochte, wird sie hierfür lieben. Der Rest sollte auf jeden Fall mal reinhören.


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