Solarized
(Polydor/Universal)
(las) Als John Squire seinerzeit die Stone Roses verlies, hatte das kreative Zentrum die Band verlassen - dachte man. Tatsächlich hat sich letztere nach einer Hand voll desolater Konzerte ja dann auch aufgelöst. Doch was kam danach? Zunächst einmal suchte sich der Gitarrenheld jemanden, der haargenau so singen kann wie der allseits verhöhnte Ian Brown. Mit ihm nahm er ein mittelmäßiges Album auf, das in seinen besseren Momenten wie die zweite Stone-Roses-Platte klingt. Das war's. Vielleicht war es mit dem kreativen Potenzial dann doch nicht so weit her. Aber wie hat uns bitteschön der Herr Braun überrascht? Fängt glatt an Gitarre zu spielen, der Mann - im Heimstudio. Gut, ein wenig "Unfinished Monkey Business". Aber bereits da steckte eine Menge drin. Und auf "Golden Greats" zeigte er seinem ehemaligen Mitstreiter schließlich gehörig, was eine Harke ist. "Solarized" ist das vierte Album. Von John Squire hat seit Jahren niemand mehr etwas vernommen. Ian Brown hingegen ist auf der Höhe seines Schaffens. Kumpel Aziz Ibrahim erfreut mit orientalisch angehauchtem Gitarrenspiel, und selbst Herr Gallagher hat sich am Songwriting beteiligt ("Keep What Ya Got"). Der Mann hat Beziehungen, keine Frage. Zum Glück übertreibt er es jedoch nicht. So ist "Solarized" ein cooles, ein entspanntes Ian-Brown-Album. Beim ersten Mal hören fehlt vielleicht ein Hit wie "F.E.A.R.". Beim zweiten Mal entdeckt man allerdings "Kiss Ya Lips (No I.D.)". So ist dann doch alles gut, irgendwie.