Tres Cosas
(Domino/Rough Trade)
(emwe). Musik funktioniert bisweilen ähnlich wie die Verleihung des Literaturnobelpreises. Wenn da eine Frau sich künstlerisch betätigt, dann ist das schon allein deshalb beachtenswert, weil sie sich nicht, wie viele ihrer Artgenossinnen hinter dem Herd verborgen hält. Dererlei Kategorien absolut außen vor lassend, das Singer-Songwriter Album der argentinischen Künstlerin Juana Molina ist wirklich derartig gelungen, dass die anfängliche Fremdheit ob der Sprache schnell verfliegt. Früher hatte die junge Dame eine eigene erfolgreiche Sketch Show im argentinischen Fernsehen, nun ist sie wieder bei der Musik gelandet. Ihr Vater lehrte ihr bereits als Fünfjährige das Gitarrespielen, ihr Übungsfeld waren ihre Teenie Bands. Der Vorgänger des Albums, "Segundo", wurde von "Entertainment Weekly", dem "Spiegel" des US-Showbiz, als "Best World Music Album of 2003" gekürt. Die Produktion von "Segundo" hatte zwei Jahre Zeit in Anspruch genommen. Viele Tonspuren, viel Arbeit. Danach hatte Juana Molina nach eigenen Angaben wieder Lust, eine einfachere Platte aufzunehmen. Allein basierend auf Gitarre und Stimme mit weniger Spielereien. Trotzdem noch anspruchsvoll genug, erinnern die Songs an Allison Goldfrapp bei allerbester Laune. Die Gitarre tritt hinter Stimme und ausreichend Elektro ein wenig in den Hintergrund, der Vorsatz wurde also nicht eingehalten. Gut so.