Rendezvous
(Jet Set)
(las) Wie gut diese Band ist, wurde an dieser Stelle bereits so oft gesagt, dass beim Schreiben dieser Zeile Ermüdungserscheinungen auftreten. Letztere haben offenbar auch den guten alten Dean Wareham befallen, denn "Rendezvous" ist das offiziell letzte Luna-Album. Wieso, weshalb, warum? An fadenscheinigen Gründen mangelt es dem Mann zumindest nicht. Seine zehn Lieblings-Ausreden stehen bereits seit längerem auf der bandeigenen Homepage (www.fuzzywuzzy.com). Viel anfangen lässt sich damit allerdings nicht. Vermutlich ist nach langen Jahren des Noch-Immer-Nicht-Durchbruchs irgendwie die Luft raus. Nicht dass man in Zukunft nichts mehr von den Herrschaften zu erwarten hätte. Deans letzjähriges Projekt mit Bassistin Britta Philipps verkündet eher das Gegenteil. Dennoch verabschiedet sich mit Luna eine der feingeistigsten Bands der amerikanischen Musikszene von der Bühne. Und weil das Beste bekanntlich immer zum Schluss kommt, ziehen sie auf "Rendezvous" noch einmal alle Register ihres Könnens. "Malibu Love Nest" ist mit Abstand die direkteste all ihrer Homagen an Lou Reed. Auf "Speedbumps" wird der wundervolle Basslauf von The Cures "Just Like Heaven" entlehnt. Dabei sind Luna keineswegs zu einer Coverband mutiert. Das brilliante "Star Spangled Man" sowie das herzzerreißende "Still At Home" zählen ohne Weiteres zu den Top-5 des Gesamtwerks. Ganz zu vom hypnotischen "Buffalo Boots", dem eines dieser Riffs für die Ewigkeit zu Grunde liegt. So etwas machen eigentlich nur Luna, weshalb der programmatische Split einmal mehr zu bedauern ist. Doch jammern hilft wenig, wenn überhaupt. Ich will nur hoffen, dass die vier den Plan ihrer Abschieds-Tour noch ein wenig ausdehnen werden. Ansonsten müsste ich allen Ernstes ins Ausland fahren.