Matt Sharp
(PIAS Recordings)
(emwe).Matt Sharp ist kein neuer von vielen Solokünstlern, sondern immerhin einer von vielen Bandmusikern, die auch mal ein Soloalbum machen. Als Gründungsmitglied von Weezer, veröffentlicht er nun, rund zehn Jahre nach deren Debütalbum, sein Werk. Hier ist ein Album entstanden, dass die Erwartungen an ein Ex-Weezer und The Rentals-Mitglied aufs Beste nicht erfüllt, das allerdings im positiven Sinne. Punk kann auch ruhiger. Dazu muss er allerdings nicht tot sein. Nach MTV-Awards und rundfunktauglichen Hits, kehren nun ruhige Zeiten an. Matt Sharp bringt hier seine Singer-Songwriter-Qualitäten durch eine bestechende Intimität ans Tageslicht. Instrumentiert fast ausschließlich durch Gitarre und Gesang, stellt die Musik hier wiedereinmal für das Wesentliche, für den fortschrittlichen Rückschritt, die Entdeckung der Langsamkeit nach der verlorenen Zeit. Die Aufnahmen entstanden im selbstgewählten Exil auf demLande in Tennessee, nur mit Gitarrist Greg Brown (früher bei Cake) und Techniker Josh Hager. Der leise Anklang an Folk und Americana versöhnt mit der schönen Seite, mit der Musik und den guten Menschen eines momentan meist negative Schlagzeilen schaffenden Landes. Versöhnung mit der Welt ist eine schöne und heilsame Sache, auch und gerade für Punk.