Maximilian Hecker

Rose
(Kitty-Jo)

(emwe). Für alle, die es nicht wissen, das Album "Rose" von Maximilian Hecker ist unter Pop einzusortieren. Zumindest ist ein entsprechender Vermerk auf dem Album angebracht. Nachdem Pop jedoch ein weites Feld ist, ist die genaue Differenzierung des Heckerschen Sounds um einiges schwieriger. Pendelnd zwischen Pet-Shop-Boyeskem Synthiepop und Singer Songwriter Style, der auffällig mit Verszeilen aus "Country Roads" und "I'am Sailing" arbeitet, produziert er zwar keinen festlegbaren Pop, aber eine Platte jenseits von Gut und Böse. Ein wenig unwirklich die Falsettstimme, von irgendwoher erklingend die Melodien. "Rose" ist bestens geeignet, die Zeile "abgesehen davon sind natürlich immer die Männer die Selbstmitleider" von Knarf Rellöm zu verifizieren. Im Falle von Maximilian Hecker bedeutet das keine tocotronische Gesellschaftsanklage, sondern eine herzerweichende Melancholie Marke ‚verwundetes Reh'. Die momentorientierte Traurigkeit der Popsongs, mal mehr Gitarre mal mehr Piano, trifft genau die empfindsamste Seite der Seele und heilt dort Wunden, indem sie sie noch einmal aufreist und ausbluten lässt, bis sie sauber sind. Danach ist alles wieder gut, es bildet sich eine zarte Haut über der verletzten Stelle, die nie ganz vernarben und immer ein wenig empfindlich bleiben wird. Denn Weltschmerz kann so wunderschön sein.


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