Von Wegen
(Hucks Plattenkiste/Universal)
(las) Die guten Muff Potter kommen aus Münster. Das ist in punkto deutscher Popmusik nicht gerade der Nabel der Welt. Und das ist bereits der erste Vorzug ihres Major-Debüts. Denn "Von Wegen" hat mit der gegenwärtigen Deutschtümelei der "Hitparaden" wenig, nein, eigentlich gar nichts am Hut. Muff Potter gehen unprätenziös aber ambitioniert zu Werke. Kein Zweifel, die Jungs wissen genau, was sie können. "Was früher einmal war, ist heute nur noch blah, blah, blah ..." lautet eine der Wendungen, die sie zur verzerrten Gitarre aus dem Ärmel ziehen. Das ist einfach. Aber es ist auch einfach so gemeint. Aus und vorbei. Wer damit nicht zurecht kommt, der sucht sich halt was anderes. Doch ist man gut beraten, sich auf diese Spielart von Punk, die am Ende des Tages vielleicht gar kein Punk (mehr) ist, einzulassen. Auf diese Weise wird man feststellen, wie liebevoll das alles gemacht ist. So kommt die limitierte Ausgabe des Albums mit einem Trickfilm, der sich nicht auf den Status der Promo-Maßnahme beschränkt, sondern tatsächlich sehenswert ist. Und im Video zur ersten Singleauskoppelung taucht der "echte" Münsteraner Tatortkommissar auf - als Kioskbesitzer! Großes Kino. Vielleicht nicht die Welt. Aber das soll es auch gar nicht sein. Welch Wohltat.