Nino Rojo
(XL Recordings/ Beggars Group/Indigo)
(emwe)XL Records? Ist das nicht…? Richtig, das Label der White Stripes auf dem in diesem Jahr auch das krude gitarrige Album von Ratatat erschienen ist, als ein Garant für angenehme Überraschungen und ästhetisch brauchbare Musik. Diesmal haben sie einen Menschen mit dem schneidigen Künstlernahmen "Devendra Banhart" aufgetan. "Rejoicing In The Hands..." war der Name des ersten Albums, nur fünf Monate später ist nun "Nino Rojo" erhältlich. Devendra Banhart entspricht derart dem Bild, das man von der sogenannten Boheme hat, dass man meinen könnte, er sei eigens erfunden worden. Dichter? Songwriter? Maler? Macht er alles. Studiert hat er allemal und zwar am San Franciso Art Institute. Um sich das zu finanzieren, jobbte er hie und da als Model. Inzwischen lebt er in New York in besetzten, zugigen Gebäuden im Kreise einiger Freunde, wenn es ihn nicht gerade zwischendurch zu seiner Freundin nach Frankreich zieht. Musikmachen war für Devendra Banhart zunächst eine Beschäftigung für einen launigen Abend mit Freunden. Auf Drängen dieser musste er sich jedoch damit abfinden, dass seine Musik veröffentlichungspflichtig ist, ein löblicher Weg. Die erste Fixierung fand auf Anrufbeantwortern statt, später kam ein Vierspurgerät hinzu und danach erst Kenntnisse in Aufnahmetechnik. Michael Gira, auch als "The Swans" Mastermind bekannt, traf bei einer der Sessions auf Banhart und nahm ihn zunächst mal bei seinem Label "Young God" unter Vertrag. Es folgte Anerkennung in England bis hin zur NME Cool List 2004. Nun eben das Album "Nino Rojo". Nach Angaben der Künstlers ist das Verhältnis von Album eins und zwei wie das von Mutter und Sohn. "Rejoicing In The Hands" sei ein wenig getragener und weiser, während "Nino Rojo" wild, unbändig und fast schon tanzbar sei. Von kauzigem SingerSongwriter-Folk wird hier gesprochen, von dem ganz großen Ding neben Franz Ferdinand. Wir bleiben dran.