RICHARD VON DER SCHULENBURG

10 Antworten

"Universum" heißt das zweite Solo-Album des Mannes, der nebenbei die Tasten bei Hamburgs Sternen bedient. Und wie sein Vorgänger steht es im Zeichen einer Vielheit, die irgendwie doch Eins sein möchte. Dazu braucht es allerdings ein wenig Zeit. Erst wenn man Letztere aufbringt, wird man feststellen, wie liebevoll freies Spiel und Struktur miteinander im Dialog stehen. Obendrein finden sich Musikfilme zu "Universum", "Boogie Woogie" und "Ein Lied" auf dem Silberling, womit dessen Unterhaltungsformat recht gut ausgenutzt wird. Doch genug der einleitenden Rede. Lassen wir den Mann besser selbst das Wort ergreifen.

Über den Liedern der CD schwebt sich erneut eine sehr bildhafte Sprache. Wie viel davon ist Improvisation?
Das Ganze ist eine Entwicklung: ich improvisiere Texte zu einer Musik. Dann ändere ich nach und nach das was mir nicht gefällt. Die Textveränderungen sind nach wie vor aktiv. Manchmal komme ich auch auf die erste Fassung wieder zurück, da mir das Intuitive am meisten gefällt.

Was war zu erst da? Die Musik oder das Wort? Liefern sie sich gar ein Wettrennen?
Beides war gleichzeitig da. Ich musste es nur noch zusammensetzen und ausarbeiten. Von einem Wettrennen ist das weit entfernt.

Wie lässt sich das eigene Musizieren mit den Keyboards bei den Sternen verbinden? Arbeitest du in den Pausen oder gar parallel? Werden eventuell auch Ideen ausgetauscht?
Beide Projekte befruchten sich gegenseitig durch die Distanz, die sich durch die Abwechslung heraus ergibt. Ideen dazu werden indirekt ausgetauscht. Beide Projekte haben sehr unterschiedliche Konzepte aber auch Gemeinsamkeiten.

"Universum", so heißt es, sei ein Solo-Album. Auf der anderen Seite scheint es aber doch so etwas wie eine Band zu geben. Oder handeln die lediglich im Auftrag?
Die Band gehört auch zum "Richard v.d. Schulenburg Universum", die bei diesem Gesamtkonzept u.a. "live" agiert. Im Grunde ist es eine Weltraummannschaft, wo ich quasi der Captain sein darf.

Die CD kommt mit drei Musikfilmen als eine Art Multimedia-Paket. Handelt es sich um Zugaben, oder waren die Filme von Beginn an Teil des Plans?
Die drei Musikfilme waren von Beginn an angedacht. Es gab einige Ideen zu bestimmten Stücken, die die Regiesseurin Stefanie Ressin in feinen Visionen ausgearbeitet hat.

A propos, was unterscheiden den Musikfilm vom Video?
Das ist eine reine Formulierungssache. Musikfilm passt aber hier besser, da es sich auch gerne von den typischen "Rotation"-Videos auf den Musiksendern abgrenzen möchte.

Das Album setzt sich zusammen aus sehr vielen stilistischen Facetten. "Universum" scheint auch in dieser Hinsicht ein recht treffender Titel. Oder lassen sich die 13 stücke vielleicht doch auf einen kleineren Nenner bringen?
Alle dreizehn Stücke beziehen sich inhaltlich auf den Begriff "Universum" und haben die Aufgabe den Hörer in andere Bereiche zu führen und zu unterhalten. "Universum" (so heißt es im Duden) fasst das Ganze zu einer Einheit zusammen. Das ist ebenso meine Intention, wobei sich das Vorhaben noch am Anfang befindet.

Was hat man sich unter einem serialisierten Terrabit-Strom vorzustellen?
Das kann ich nicht so genau sagen. Der Ausspruch "serialisierter Terrabit- Strom" kommt von Amsirac, einem Außerirdischen aber uns sehr ähnlichen Lebewesen. Es ist im Grunde eine Bezeichnung des Konzeptes "Universum" von einer anderen Welt aus einer anderen Zeit.

Wie sieht es auf dem Barockplaneten aus? Alles im ordo?
Das Stück "Barockplanet" soll im Grunde einen Film (oder eine Reise) vertonen. Wie der Barockplanet aussieht, ist Sache des Hörers. Ich möchte da nur inspirieren.

Wie lautet deine Lieblings-B-Seite?
Felix Kubin - Stelle am Mund (von der Single " I hate art gallerys").

Lars Schneider

Aktuelles Album: "Universum" (LADO/Rough Trade)
Internet: www.lado.de/richard


Back