Tales From Turnpike House
(Sanctuary)
(das) Eigentlich ist zu Saint Etienne nicht viel zu sagen. Haben uns Bob, Pete und Sarah ihr Können, zeitlos-schöne Popsongs zu schreiben, in den letzten fünfzehn Jahren doch immer wieder bewiesen. Wir wissen mittlerweile auch, dass es keine schlechten Saint Etienne Alben gibt. Ihre Songs sind nie langweilig oder schlecht. Es gibt allein die weniger besseren Stücke und die außerordentlichen Hits. Nach dem letzten, eher elektronischen Meisterwerk Finisterre war die Spannung groß, auf welche Reise uns Saint Etienne diesmal mitnehmen. Und die ist sehr viel ruhiger als erwartet, jedenfalls möchte einem die Stimmung des Albums dies vermitteln. Denn Good Thing kann durchaus mit dem ein oder anderen BPM aufwarten und Stars Above Us würde für Kylie ein weltweiter Hit werden. Dennoch sind es eher die minimal instrumentierten Sun In My Morning oder Goodnight, die auf Tales From Turnpike House die Akzente setzen. Was vor allem daran liegen mag, dass die Beats wesentlich seichter und zurückgenommener als noch zuletzt sind. Lightning Strikes Twice etwa hätte auch locker als Elektro-Nummer produziert werden können. Stattdessen besticht es durch einen unwiderstehlichen Refrain und macht die elektronischen Sperenzchen zur reinen Beilage. Das ist nach Finisterre irgendwie verwirrend, aber nicht minder großartig.