New Place, New Face
(Talitres Records)
Ein Trio, dass sich auf das Wesentliche konzentriert, so werden Temper beschrieben. Sind es nicht die Nebensächlichkeiten, die das Leben spannend machen? Im Anbetracht der neuen Platte von Temper muss man diese Frage mit ‚ja' beantworten, die ist nämlich ausgesprochen langweilig. Das Prädikat, alle Lieder seien aus einem Guss, kann dem Album ohne weiteres verliehen werden, denn Unterschiede sind so gut wie nicht zu finden. Die Lieder ziehen sich zäh, entbehren jeglicher Dynamik. Kein Glanzstück der drei Franzosen, deren Musik Einflüsse von Pavement und The Velvet Underground aufweisen soll. Als Songwriting mit rauem Sound beschrieben, sollen Temper angeblich für einen ganz eigenen Stil stehen und produzieren doch nur eine von vielen Möglichkeiten der Komposition von Gitarre, Gesang, Bass und Schlagzeug. Nur nicht gerade die mitreißendste. Die Musik macht allenfalls aggressiv, weil die stets vorhandene Erwartung, es müsste doch jetzt noch irgendetwas kommen, dem ruhigen Geplätscher müsste nun zum Ausgleich noch ein wirklich überraschendes Stück Musik folgen, die ganze Platte lang nicht erfüllt wird. Nach 47 Minuten Spielzeit ist jede Hoffnung dahin, Temper richtig gut zu finden, dann ist die Platte zu Ende. Verklungen, müsste hier eher stehen, denn unter Umständen fällt es nicht einmal auf, dass keine Musik mehr da ist. Es fehlt lediglich etwas, das überhaupt nicht vermisst wurde.
Maggi Wilhelms