Up At The Lake
(Island/Universal)
(las) Die Charlatans zählen mittlerweile gut und gern zu den langlebigsten Bands der Insel. Dabei hatten sie im Laufe der Jahre so einiges an Komplikationen zu überwinden. Was sind schon Umbesetzungen, Nervenzusammenbüche, Gefängnisaufenthalte und Todesfälle? Wie man derart viele Katastrophen überlebt, wird wohl für immer ihr Geheimnis bleiben. Dass die Zeit dennoch nicht spurlos an ihnen vorbeigezogen ist, offenbart nicht zuletzt der Blick auf ihre musikalische Entwicklung: aus dem Umfeld des Summer Of Love heraus in Richtung eigenständiges Songwriting. Wie sehr die Band dabei ihren eigenen Pfad eingeschlagen hat, zeigen vor allem die letzten drei Alben, die sich stilistisch immer weiter von den Anfängen entfernt haben. Dieser Vorgang mag den ein oder anderen Fan der ersten Stunde vielleicht verwirren. Wer den Platten jedoch aufmerksames Gehör schenkt, wird sich das obligatorische "Früher waren sie besser" indessen verkneifen. Sicher, auf "Up At The Lake" findet sich nicht die klassische Indie-Disco-Musik. Doch haben die Charlatans hiervon ohnehin bereits seit längerem Abstand genommen. Statt dessen stehen zeitlose Popsongs auf dem Programm, und zwar nicht zu knapp. Gerade richtig zum goldenen Herbst. Mir gefallen momentan besonders "Feel The Pressure", "High Up Your Tree" sowie "Loving You Is Easy", die sich stilistisch im übrigen allesamt im Umfeld von Tim Burgess' letztjähigem Soloalbum ansiedeln. Reinhören lohnt sich.