THE MUSIC

Welcome To The North
(EMI/Virgin)

(tif) Unglücklicherweise hat das Debütalbum von The Music den hohen Erwartungen nicht gerecht werden können. Ein klarer Fall von Überproduktion. Was die drei vorab erschienenen EPs auch versprachen, es wurde begraben unter einem Gebirge aus Overdubs. Und es ist nur wahrscheinlich, dass die Band seinerzeit schlicht zu jung war, sich gegen die Vorgaben von Label und Produzent zu Wehr zu setzen. Schade, denn es befinden sich so ausgezeichnete Stücke wie das monumentale "Getaway" auf der Platte. Und die hätten allemal mehr Aufmerksamkeit verdient. So aber ist die Platte aufgrund ihres überdimensionalen wall of sound nur schwerlich am Stück zu genießen. Zu guter letzt hat sich die Band auch noch beharrlich geweigert, so etwas wie eine Ballade aufzunehmen. Da nimmt es nicht wunder, wenn die Angelegenheit für den Hörer ein wenig anstrengend wird. Wie dem auch sei, The Music sind zurück. Und sie haben aus den Fehlern des Erstlings gelernt. Nach wie vor zelebrieren sie derbst psychedelische Tanzmusik zwischen Led Zeppelin und den Happy Mondays. Doch wurde der Wirbelsturm auf "Welcome To The North" deutlich kanalisiert. Das Ergebnis ist um einiges griffiger und druckvoller als auf dem Vorgänger. Bereits die erste Single "Freedom Fighters" spricht Bände. Hier wird eine Hymne die andere jagen. Und genauso soll das auch sein. Durch das ungeheuere Ausmaß an positiver Energie und die Virtuosität des Gitarrenspiels unterscheidet sich die Platte zudem auf angenehme Weise vom gegenwärtigen Einheitsbrei. Und die Ballade gibt's diesmal auch. Glatte eins, die Herren.


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