Dragon Down
(Labrador)
(las) Vor gut 14 Jahren sah ich im Vorprogramm von Lush eine schwedische Band, deren Namen ich längst vergessen habe. Die Jungs hatten wahrlich keinen leichten Stand. Nicht nur, dass sich aber auch niemand für sie interessierte. Zu allem Unglück waren sie in ihrer nordischen Heimat auch noch echte Stars. Zumindest gaben sie das vor. Und dann die geballte Ignoranz des benachbarten Auslandes... Was ist der eigene Starkult eigentlich wert? Hat es ihn jemals gegeben? Unsere schwedische Band war hartnäckig der Ansicht. Und so wurden sie nicht müde, bei jeder noch so ausgefallenen Ansage auf ihre "tatsächliche" Identität hinzuweisen. Kein schöner Anblick, wahrlich. Aber das ist lange her. Heute braucht sich zumindest in Deutschland kaum noch ein schwedischer Künstler derart zu erniedrigen. Längst haben sie uns gezeigt, wie man den Popsong spielt. Und wir glauben ihnen. Mal zu Recht. Mal zu Unrecht. Jedenfalls hören wir ihnen zu. Daher haben auch Tribeca keine größeren Hindernisse auf dem Weg in meinen CD-Spieler zu nehmen. Und ich nehme die elektronische Popmusik mit den charakteristisch ausgeprägten Refrains mit Wohlwollen zur Kenntnis. Das ist ok, weil schmerzfrei. Trotzdem hätte ich mir von dem Album vielleicht ein wenig mehr erwartet. Schließlich ist Lasse Lindh in seiner Heimat doch ein Star?